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Frau Kuby und Gender

Ein neues Feindbild tut sich für wertkonservative Kreise auf. Das Feindbild heißt "Gender". Dass die österreichische FPÖ die Kritik an "Gender" dazu benutzt um ein veraltetes Frauenbild durchzusetzen (bitte bei Barbara Rosenkranz nachschlagen), wundert, so glaube ich zumindest, niemanden mehr. Aber auch die katholische Kirche oder ihr nahe stehende Personen sehen in der Genderdebatte eine Gefahr alte kirchendogmen aufzubrechen.

Folgende Definition zum Thema "Gender" stammt von Gabriele Kuby, einer deutschen katholisch konservativen Soziologin:

"Gender" ist ein künstlicher Begriff, der auf der UN-Frauenkonferenz 1995 in Peking eingeführt wurde. Er soll die Heterosexualität von Mann und Frau aufheben. Zur "Freiheit" des neuen Gender-Menschen soll es gehören, darüber zu entscheiden, ob er hetero-, homo- oder bisexuell sein oder sein Geschlecht ändern möchte. Das soll alles als gleichwertig anerkannt werden. Wer es nicht tut, gilt als "Heterosexist" oder als "homophob". Der Gender-Mensch wird sexbesessen, bindungs- und familienunfähig sein, ein Prozeß, in dem wir mitten drin sind." (Quelle:Die Blaue Narzisse

Die Reduktion der Genderfrage auf die Sexualität - und ich denke, dass auch dieser Blog dazu beiträgt, solceh Reduktionen zu vermeiden - dient natürlich einzig und allein der Diskreditierung nach dem "Das ist ja alles Pfui-Gack-Schema". In Wirklichkeit zielt Kubys Defintion und die vermeintliche Kritik an Gender nicht auf "gender" an sich oder einen vermeintlichen libertären sexuellen Umgang, sondern hauptsächlich auf Homosexuelle, da diese ja gemäß dem derzeitigen Familienrecht und den aktuellen (katholischen) Weltanschauungen gar nicht die Möglichkeit haben eine Familie zu gründen und immer noch als "widernatürlich" dargestellt werden.

Bei aller kritischen Auseinandersetzung, die das Thema "Gender" braucht, bei aller Liebe zum Diskurs und auch zu kritisch-negativen Einstellungen: die Kritik an Gender darf nicht zur Diskriminierung von einzelnen Gruppierungen führen, die gerade über die Gender- und Queerdebatte an gesellschaftlicher Legitimation gewinnen.

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